Künstliche Intelligenz entfesseln: Warum der Mensch der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt
Viele Unternehmen sehen in KI vor allem einen Effizienzhebel. Doch echte Transformation gelingt nur, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht. ServiceNow-Innovationschef Dave Wright erklärt, wie KI-Strategien nicht nur Prozesse automatisieren, sondern nachhaltiges Wachstum und Innovation ermöglichen, vorausgesetzt, Kultur, Daten und Verantwortung ziehen mit.
Künstliche Intelligenz verändert die Wirtschaft – aber nicht automatisch zum Besseren. Viele Unternehmen investieren derzeit in KI-Lösungen, bleiben jedoch hinter den eigenen Erwartungen zurück. Für Dave Wright, Chief Innovation Officer bei ServiceNow, liegt der Grund klar auf der Hand: „Viele setzen KI zu technokratisch ein – ohne strategischen Kompass oder menschliche Perspektive.“
KI braucht klare Ziele – und mehr als Effizienz
Wright warnt davor, KI lediglich als Sparmaßnahme zu betrachten. Wer nur auf Automatisierung und Kostensenkung setzt, erzielt laut ihm bestenfalls lineare Effekte. „Echte Transformation entsteht dort, wo KI Freiräume schafft – und diese in neue Angebote, Produkte oder Services investiert werden.“ Es gehe nicht nur um das Wie, sondern vor allem um das Wozu.
Balance aus Optimierung und Innovation
Eine wirksame KI-Strategie verbindet laut Wright zwei Pole: operative Exzellenz und kreative Neuentwicklung. Beides müsse strukturell in Unternehmen verankert sein. „Viele freuen sich über eingesparte Ressourcen – investieren sie dann aber in Gewinnmargen statt in neue Ideen. Damit verschenkt man das Potenzial der Technologie.“
Gerade im Mittelstand sieht Wright Chancen: „Besonders in Fertigung, Service und Verwaltung kann KI helfen, Prozesse zu verschlanken – und gleichzeitig Innovation zu beschleunigen.“
KI ist Werkzeug, kein Ersatz
Der wahre Hebel liegt für Wright jedoch nicht in der Technologie selbst, sondern im Umgang mit ihr. „KI muss Teams befähigen, nicht ersetzen.“ Erfolgreiche Unternehmen schaffen eine Kultur, in der Mitarbeiter experimentieren, lernen und Feedback geben dürfen. Sie investieren in Weiterbildung und messen Erfolg auch an Zufriedenheit – bei Kunden wie Mitarbeitenden.
Von Einzelprojekt zur Wachstumsplattform
Laut Wright unterscheiden sich KI-Leader vor allem in ihrer Haltung: Sie investieren in Datenqualität, Governance und Talente – und vermeiden den Tool-Wildwuchs ohne Wirkung. „Ohne gute Daten ist jede KI blind. Ohne Verantwortung fehlt Vertrauen. Und ohne Menschen, die KI verstehen, bleibt sie wirkungslos.“
Sein Rat: Klein anfangen, mit klarem ROI, schnell lernen, Ergebnisse messbar machen. So wird KI zur unternehmensweiten Wachstumsplattform – nicht nur zum Automatisierungsprojekt.
Ausblick: Das Unternehmen von morgen
Ein wirklich KI-orientiertes Unternehmen denkt laut Wright nicht nur in Tools, sondern in neuen Möglichkeiten: „Es geht darum, besser zu entscheiden, schneller zu handeln und kundenorientierter zu agieren. Wer das schafft, verschafft sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“